20
Mai 11

Helge Schneider live in Ulm

Kategorie: Konzertberichte |

Ausnahmsweise gibt es mal wieder einen Livebericht und dieser hat – auch wenn es kein Metalgig war – durchaus seine Berechtigung in diesem Metalblog. Am Mittwoch war Helge Schneider in der Stadt und der hohe Schnitt von Bandshirts im Publikum zeigte mir, dass ich alleine nicht der einzige Metalhead bin, der ein Fan des großen Meisters ist.

Doch von Anfang an: Die Möglichkeit Helge Schneider live in Ulm zu sehen ergab sich relativ kurzfristig: Der noch junge Blog Ulmer Spickzettel rief in einem Gewinnspiel dazu auf, einen möglichst kreativen Kommentar abzugeben der einen dazu ermächtigt, sich als besonders großer Verfechter der schneider’schen Bühnenkunst auszuzeichnen und damit die Möglichkeit gibt, Helge höchst selbst live zu erleben. Mein Kommentar mit dem Hintergrund einer wahren Geschichte aus meiner frühen Kindheit sollte dann – absolut gemäß der Spielregeln – mit reichlich Hilfe aus dem Freundeskreis auserkoren werden.

Mit meinem Mitbewohner Flix machten machte ich mich am Mittwoch auf den letzten Drücker auf den Weg zur Donauhalle in froher Erwartung auf das Gebotene, das nun wirklich schwer in Worte zu fassen ist. Schon seit Kindesbeinen – die erste CD meines Lebens war Es gibt Reis – bin ich riesiger Fan von Helge und habe es bislang nie geschafft, ihn auch nur ein einziges Mal live zu sehen. Umso größer war dann die Freude und die Erwartungen sollten sich auch in vollem Maße erfüllen. Zugegeben: Der instrumentale Teil des Abends hätte etwas geringer ausfallen können; dass der Mann und die um ihn gescharrten Musiker was auf dem Kasten haben hat sich mittlerweile ja weit herum gesprochen was aber nicht gleichzeitig auch zwingend bedeutet, dass jeder der Musik auch viel abgewinnen kann.

Helge bedient gleichzeitig Flügel und Trompete

Helge bedient gleichzeitig Flügel und Trompete

Aber dieser kleine Wermutstropfen wurde mehr als wett gemacht durch Nonsens de luxe. Ich fragte mich den ganzen Abend, wie hoch der Anteil an Improvisation ist und wie viel kalkuliert und vorher überlegt ist. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, dass Helge Schneider sich am Anfang eines Satzes noch nicht so richtig bewusst darüber ist, wie dieser Satz dann wenige Sekunden später enden wird und dennoch ergeben sich Geschichten und Weisheiten, die in sich geschlossen bestens funktionieren; trotz oder aber auch gerade wegen des absoluten Blödsinns. Rudi Carell sagte einmal “Witze kann man nur dann aus dem Ärmel schütteln, wenn man sie vorher hineingesteckt hat” doch ich bin der Überzeugung, dass Helge Schneider einfach eine magische Gabe besitzt, die das nicht nötig macht. Gebt dem Mann ein Mikrofon und ein Publikum und stundenlanger Spaß ganz ohne Konzept ist garantiert. So wird das restliche Publikum sicherlich auch gedacht haben und hat sich nach zwei Stunden reinen Programms von einem gut gelaunten Helge nebst Band verabschiedet.

Helge trinkt Tee

Helge trinkt Tee

Für mich war es mit Sicherheit nicht der letzte Abend mit Helge Schneider, dem mein Dank für einen Abend grandioser Unterhaltung gilt. Ein mindestens ebenso großer Dank gilt dem Ulmer Spickzettel, der all das erst ermöglich hat!

das gesamte Ensemble

das gesamte Ensemble



von Steelborn Force | Über den author: Heavy Metal to the end

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