Nach langer Zeit gibt es mal wieder einen Konzertbericht im Steelborn Force-Metalblog und das wurde auch mal wieder Zeit. Die Pause bis zum nächsten dürfte nicht so lang sein, denn so langsam geht die Festivalsaison zu Ende und die Konzerte verlagern sich nach und nach nach drinnen. An diesem Abend sollte es aber nochmals draußen heiß hergehen, auch wenn das Wetter dies nicht unbedingt vermuten ließ.
Fern ab jeglicher Zivilisation luden die Bavarian Metalheadz Freunde und Bands zu ihrer Gründungsparty am 28. August nach Meitingen und zahlreiche Kuttenträger folgten dem Ruf.
Als ich ankam standen Boandlkramer bereits auf der Bühne und haben Gas gegeben. Wie der Bandname bereits vermuten lässt, hatten wir es mit einer Band zu tun, die klaren Heimvorteil genossen hat. Die Zuschauerreaktionen waren zwar etwas verhalten, was zum Teil sicherlich auch daran lag, dass die Band nicht ausschließlich im Metal festgefahren ist, sondern hier und da viel Punk und Hardcore mit einfließen ließ. Coverversionen von den Ramones und den Misfits sollten das am Ende des Sets noch unterstreichen. Nicht nur ich hatte teilweise arge Probleme beim Verständnis der Ansagen des Sängers, aber in einem waren wir uns alle einig: Die Band hat allen Spaß gemacht, die keine allzu eng anliegenden Scheuklappen haben.
Nach einer längeren Pause war es dann Zeit für Nuclear Warfare. Da ich immer eine akkurate Liste führe kann ich sagen, dass dies mein nun mehr 15. Konzert war und ich kann nicht behaupten, dass ich müde werde, Nuclear Warfare zu sehen; es macht immer wieder aufs Neue unglaublich viel Spaß und die Band lässt sich auch jedes Mal wieder etwas Neues einfallen. Nach dem Soundcheck sind die Mitglieder gemeinschaftlich verschwunden und meine Vermutung, dass nun alle noch mal aufs Klo gehen erwies sich als falsch. Die Bandmitglieder haben allesamt ihren Urlaub hinter sich und weil der Gig so spontan angeleiert wurde und sie quasi direkt aus dem Urlaub kamen haben sie das auch gleich mal bildlich umgesetzt und sind in Adiletten und Hawaiihemd bzw. Bikini auf die Bühne gestapft. Dass deswegen niemand die Befüchtung haben musste, dass beim Gig eine etwas ruhigere Kugel als sonst geschoben wird, davor brauchte niemand Sorge haben. Sänger Fritz hatte zwar ein paar Probleme mit seiner Stimme, wie er vor dem Gig sagte, aber der Tags zuvor erreichte 2:0 Sieg seiner Lauterer über die Bayern war genug Ansporn, sich davon nicht beeindrucken zu lassen.
Die Leute, die die Band bereits kannten und quasi mit ihr angereist sind, gaben von Anfang an Vollgas, ein weiterer Teil des Publikums ließ sich nach vorne locken, als bei Dosenpfand muss weg traditionell Dosenbier im Publikum verteilt wurde. Kein Halten gab es dann spätestens, als Bombenhagel von Sodom gespielt wurde. Leute haben die Bühne gestürmt, Stagediver haben sich in die Menge gestürzt und ein Teil der Technik wurde sprichwörtlich abgeräumt. Da man bekanntlich aufhören soll, wenn es am schönsten ist mussten Nuclear Warfare dann leider auch schon wieder von der Bühne; Fritz war wegen seiner Stimme leider nicht mehr fähig, das noch auf der Setlist geplante Thrash Attack vom neuen Album anzustimmen.
So sehr ich Nuclear Warfare auch mag und jedes Konzert mit all den inzwischen entstandenen Riten (Fritz beleidigen und bei “March to war” zu immer höheren Schreien antreiben, Band niedermachen aber Miri loben, Matte schütteln, Dosenbier in Empfang nehmen, nach “Inner War” fordern und dann die Bühne stürmen,…) immer wieder ein Highlight ist, so war es an diesem Abend ausnahmsweise eine andere Band, die die größte Vorfreude in mir weckte: die mächtigen Iron Kobra!
Mich als einen der größten Fans der Band zu beschreiben ist sicherlich nicht ganz daneben und dennoch habe ich es bislang nicht einmal geschafft, die Band live zu sehen – eine einzige Schande! Doch an diesem Abend sollte sich das endlich ändern. Leider war es der Band nicht möglich in voller Besetzung zu erscheinen, da Don Viper verhindert war, aber die Band zeigte echten Röck’n'Röll-Spirit und ließ sich davon nicht beeindrucken: Sir Serpent übernahm einfach den Bass und die Sause konnte auch so steigen; und was es für eine Sause werden sollte. Einzelne Titel aus aus der Setlist heraus zu heben würde zwar dem Rest gegenüber nicht gerecht werden, jedoch möchte ich es bei zwei Titel machen:
Einerseits das sich sowieso vom Rest des Materials hervorhebende “King Of The Road”, denn ich könnte mir total in den Arsch beißen, dass ich kein stinknormales Feuerzeug bei mir hatte. An dieser Stelle deshalb die dringende Empfehlung – nein: Forderung! – dass sich alle Besucher eines Iron Kobra-Konzertes fortan mit Feuerzeugen bewaffnen und diese beim Song erheben. Der Song erzeugt so schon Gänsehaut und treibt einem die Pipi in die Augen – so ein klein wenig Kitsch wird dieses Erlebnis dann nur noch intensiver machen.
Der andere Song, den ich hier speziell erwähnen möchte ist das folgende “Heavy Metal Generation”. Nicht nur, dass dies wie an anderer Stelle schon beschrieben mein Lieblingslied der Band ist, so wurde mir dieser Song auch noch gewidmet. Ich war und bin ob dieser Geste total gerührt und fühle mich tierisch geehrt!
Neben den eigenen Songs der Band gab es über das Set verteilt noch Coverversionen in Form von Thunder on the tundra von Thor, “You did it, killer” von Battlecry (ich kann mit keinem weiteren Link dienen, da kein Schwein auch nur irgendwas von der Band kennt!) sowie das vom Publikum energisch geforderte und entsprechend gefeierte Staatsfeind von Canalterror.
Was bleibt mir noch zu sagen? Das Konzert war ein absolutes Highlight, hat tierisch viel Spaß gemacht und war leider wie schon zuvor bei Nuclear Warfare viel zu früh vorbei. Von Iron Kobra werden wir definitiv noch richtig viel zu hören bekommen und ich hoffe, dass sie ihre Liveaktivitäten noch ein wenig steigern können und ich noch viel öfter in den Genuss komme, denn das, was auf Platte schon richtig viel Spaß macht, entfaltet live nochmals ein vielfaches an Energie. Die Band glänzt mit einem saucoolen Stageacting, kommuniziert mit dem Publikum und weiß einfach in allen Belangen zu begeistern. Wer das jetzt liest, möge das vielleicht kritisch sehen und möge entgegnen, dass ich ja sowieso schon länger Fan von Iron Kobra bin. Jedoch sollte man sich dann eben auf der anderen Seite auch denken, dass meine Ansprüche an die Band mit jeder Veröffentlichung gewachsen sind und entsprechend hoch hätte der Reinfall sein können, den ich möglicherweise hätte erleben können. Dass das absolute Gegenteil eingetreten ist spricht für die Band!
Nicht unerwähnt bleiben lassen möchte ich übrigens auch, dass die Band auch abseits der Bühne total sympathisch ist und dies gilt auch für das quasi fünfte Mitglied, Anna Conda, die sich um die ganzen weiteren Belange wie etwa Merchandise kümmert. Ich danke dir für deinen Button, den ich in Ehren halten werde!
Mein Dank an diesem Abend gilt in erster Linie den Bavarian Metalheadz, die eine richtig coole Party aufgestellt haben mit fairen Preisen, coolen Bands und einer Meute, die selbst bei unserer Abfahrt nach 4 Uhr immer noch feierwütig war. Ein weiterer Dank geht an Nuclear Warfare für die größte Überraschung, die sie mir nur machen konnten, zu der ich an dieser Stelle jedoch noch keine weiteren Worte verlieren möchte sowie ihre Fahrdienste. Als letztes gilt mein Dank Iron Kobra nebst Anhang einfach nur dafür, dass es sie gibt und sie so sind, wie sie sind. Bitte macht genau so weiter!
Eine Entschuldigung möchte ich meiner kleinen, aber dennoch treuen Leserschaft dafür entgegenbringen, dass ich nicht mit Bilder dienen kann. Ich hatte keine Digicam dabei und der Camcorder, den ich zum Filmen dabei hatte, kam quasi nicht zum Einsatz, da ich während der Konzerte viel zu sehr damit beschäftigt war, die Musik zu genießen. Man möge mir das verzeihen und ich gelobe Besserung, beim nächsten Mal wieder ein paar Aufnahmen zu liefern.
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