3 Sat Neues ist eine der wenigen nahezu immer empfehlenswerten Sendungen im deutschen Fernsehen; vorausgesetzt natürlich man hat so wie ich eine gewisse Affinität zu technischen Themen. Auch die gestrige Sendung, die sich auch online abrufen lässt, war mal wieder eine solche, in der einige interessante Themen angesprochen wurden und in der viele Musikthemen angesprochen wurden, sodass sich vor allem der erste Teil der Sendung zu sehen lohnt.
Der erste Bericht der Sendung möchte ein wenig davon zeigen, wie der heutige Musikgenuss vom Internet beeinflusst wird und warum das klassische Radio dem nicht mehr in dem Maße hinterher kommt wie noch vor der Zeit der digitalen Revolution war. Ergänzend zu dem Bericht möchte ich noch zwei Seiten erwähnen: 3 Sat Neues zitiert die auch für den Metal einflussreiche DJ-Legende John Peel mit den Worten “I want to hear something I didn’t hear before” und in diesem Zusammenhang sollte man meiner Meinung nach besonders die Rollen von Last.fm und MySpace herausstellen. Last.fm hilft dem Hörer über die Zeit hinweg immer und je besser es die eigenen Hörgewohnheiten kennt Musik kennen zu lernen, die genau auf das Hörverhalten zugeschnitten sind. Ich finde die dahinter stehende Technik immer wieder erstaunlich. MySpace hingegen ist ein perfektes Werkzeug um unbekannten Bands eine kostenlose Plattform zu bieten, ihre Musik ohne große Umwege zu verbreiten. Zumindest insofern ist MySpace sicherlich eine unerreichte Referenz und keine Band erlaubt sich heute noch die Freiheit, keinen eigenen MySpace-Account zu verwalten. Was die technische und vor allem optische Seite anbelangt ist MySpace sicherlich mit das schlechteste Beispiel und es wird wohl damit zu rechnen sein, dass Facebook über die Zeit hinweg eine immer größere Rolle spielen wird – die dortigen Möglichkeiten sind auch um ein vielfaches größer. Im Mainstreambereich und auch über die Musik hinaus ist dies heute schon der Fall und ich könnte mir vorstellen, dass auch die Metalszene mit einer gewissen Zeitverzögerung auch noch hinterher ziehen wird und das gebotene Potential nutzen wird.
Damit wäre ich auch schon beim zweiten Thema der Sendung: Der Kampf zwischen sozialen Netzwerken und der Musikindustrie bzw. bei genauer Betrachtung die Verknüpfung davon. Aufgezogen wird es an Hand eines Beispiels einer großen Kampagne, die sich von Facebook aus startend durch die gesamte Blogosphäre gezogen hat. An Weihnachten letzten Jahres hat man es geschafft einen 17 Jahren alten Song von Rage Against The Machine auf Platz 1 der britischen Charts zu hieven. Gleiches wurde dann vor Kurzem auch in Deutschland versucht, nachdem der Sieger von Deutschland sucht den Superstar gekürt wurde, aber auf Grund der Vielzahl an Interessengruppen und der dezentralen Verwaltung scheiterte der Versuch. Dass soziale Netzwerke und die Macht der Gruppe auch im Metal eine Menge bewegen können zeigten 6000 Metallica-Fans, die sich in einer Facebook-Gruppe zusammen schlossen, um gegen die hohen Ticketpreise eines Konzertes in Israel zu protestieren und am Ende tatsächlich dafür sorgten, dass der Preis gesenkt wird.
Der Rest der Sendung dreht sich um weniger interessante, aber gewohnt gut recherchierte Themen – unter anderem auch das diese Woche unumgängliche Technikthema Apple iPad.

