29
Mai 11

Review: Running Death – Raging Nightmare

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Manchmal hat man so Abende, da geht man ganz spontan noch auf ein Konzert um die Ecke, hat absolut keine Erwartungen, da einem keiner der Bandnamen was sagt und dann bläst es einen um und man merkt, dass da mal wieder eine Band an einem vorbei gegangen ist, die eindeutig mehr Aufmerksamkeit verdient hat. So gestern geschehen mit Running Death; dieser Bandname an sich hätte mich ja eigentlich schon aufhorchen lassen sollen: so muss ein Bandname klingen! Nur am Logo könnte man vielleicht noch ein wenig arbeiten…

Running Death

Running Death

Dass ich nicht mit dem Material vertraut gewesen bin war der einzige Hinderungsgrund, nicht abzubangen. Wenn ich die Songs noch nicht kenne, lege ich bei Konzerten meist mehr Wert darauf den Leuten auf der Bühne genau zuzuschauen und das war in diesem Falle auch sehr lohnenswert: Vokalist Simon geht spielt  neben seiner Tätigkeit als Sänger nämlich auch noch Gitarre wie ein geficktes Eichhörnchen und legt eine Bühnenpräsenz an den Tag, die alleine schon dafür sorgen müsste, dass die Band viel öfter spielen müsste und weiter herum kommen sollte.

Grund genug direkt nach dem Gig mal bei der Band anzufragen, ob sie irgendeine  Veröffentlichung draußen haben und in der Tag gibt es die feine EP Raging Nightmare mit 5 Songs, die es auf der MySpace-Seite sogar zum Download gibt – wenn das mal kein Angebot ist!

Raging Nightmare-Cover

Raging Nightmare-Cover

Los geht es mit “Pray For Death”, dessen erste Sekunden ganz dezente Anleihen an Slayers Seasons in the Abyss zeigen und im weiteren Verlauf ganz besonders einen Bandnamen in Erinnerung werfen: Raise Hell. Running Death dürften diese Truppe bestimmt nicht nur vom Namen her kennen und man wird auch im weiteren Verlauf sehr häufig an die Schweden erinnert.

Was folgt ist der Titelsong “Raging Nightmare” – ein absoluter Nackenbrecher, der beim nächsten Gig aber mal sowas von abgebangt wird. Hier sind neuere Old School-Thrashbands wie Gama Bomb, Merciless Death oder Bonded By Blood nicht sonderlich weit entfernt: Fiese & schnelle Riffs, hektischer Gesang und nach vorne treibende Drums.

Running Death

Running Death

Mit “Armageddon”  folgt ein Song, der meinen Geschmack eher weniger trifft: Mit 9:15 ist er zu ausufernd und bietet über diese weite Strecke meines Erachtens nach auch einfach zu wenig Abwechslung. Bei Thrash Metal liegt einfach in der Kürze die Würze. Wenn ich von einer Band wie Manilla Road deren Dreams of Eschaton höre vergeht die Zeit wie im Flug, aber dafür müssen packende Spannungsbögen erstellt werden und das gelingt Running Death hier leider nicht.

Aber das macht ja nichts, denn mit “I will smile if you die” folgt ein echter Hit, der nicht nur live tierisch gut funktioniert. Am Anfang lassen mal wieder Slayer grüßen und der Refrain wartet mit einem echten Ohrwurm auf.

Gleiches könnte man quasi auch auf den nächsten Song übertragen, ohne dass er gleich klingt. Besondere Würze erhält das Stück durch seinen durch und durch gesellschaftskritischen Text, der viele Umstände anprangert. Mich hat es (zum Nachdenken) angeregt….

Running Death

Running Death

Als Fazit bleibt zu sagen, dass die Songs insgesamt alle etwas kürzer geraten könnten und sich etwas mehr auf das wesentliche beschränken sollten und die Gitarrensoli sollten sich auf der Scheibe mehr danach orientieren, was man live zu zu hören bekam – ich schätze mal, das wird auf der nächsten Veröffentlichung auch der Fall sein. Live klangen die Stellen nämlich nach purem Schwedenmetal à la Enforcer und das hat im Zusammenspiel mit den harten Riffs drum herum ordentlich Dynamik reingebracht, was den Liedern extrem gut zu Gesicht stand. An der Produktion lässt sich sicherlich auch etwas schrauben: Grundsätzlich ziehe ich eine schlechte Produktion einer nach modernen Gesichtspunkten “guten” vor, aber etwas mehr Druck könnte nicht schaden – aber das hat mir die Band auch gleich schon gesagt und die nächste Veröffentlichung wird gewiss gehaltvoller. Jungs, mich dürft ihr auf alle Fälle schon einmal auf die Liste der Vorbesteller aufnehmen und ich kann euren Fanclub total verstehen, der euch extra wegen des Gigs hinterher gereist ist.

Interessierte sollten sich nun unbedingt die Raging-Nightmare-EP runterladen – die ist schließlich kostenlos. Running Death haben diese Chance mehr als verdient und noch ein besonderes Wort an alle Konzertveranstalter: holt diese Band! Die müssen ganz dringend viel weiter herum kommen und mehr Publikum sollten in den Genuss kommen, die sympathischen Jungs live erleben zu dürfen.

Tracklist:
1. Pray for death
2. Raging nightmare
3. Armageddon
4. I will smile if you die
5. Stay Alone

Line-Up:
Simon – Gesang, Gitarre
Julian – Gitarre
Jakob – Schlagzeug
Freddi – Bass



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